Neuer Krimi von Andreas Föhr: Wolfsschlucht

Andreas Föhr, der Autor von „Wolfsschlucht“ / © Torsten Silz

Eigentlich ist Andreas Föhr Drehbuchautor. Zur Literatur fand Föhr erst, als er sich als Autor von Episoden der Krimireihen „Küstenwache“, „Alarm für Cobra 11“, „Tatort“ oder „Der Staatsanwalt“ schon längst einen Namen gemacht hatte: 2009 legte Andreas Föhr mit dem Regionalkrimi „Der Prinzessinnenmörder“ sein literarisches Debüt hin. Nun ist mit dem Roman „Wolfsschlucht“ der sechste Band der Reihe um Kommissar Wallner erschienen.

Die Grenze zwischen Literatur und Film ist oft fließend. Nicht selten wechseln Literaten die Kunstform, werden Drehbuchautoren zu Romanciers. Elisabeth Herrmann, deren Buch „Der Schneegänger“ ich am 31. Januar besprochen habe, ist ein Beispiel, Andreas Föhr ein anderes: 1997 schrieb Andreas Föhr sein erstes Drehbuch für die Episode „Fischernetz“ der ZDF-Krimireihe „Küstenwache“. Und während „Küstenwache“ Anfang 2016 wohl mit Ende der Ausstrahlung von Staffel 16 beendet wird, mausert sich Andreas Föhr zunehmend zum erfolgreichen Autor von Regionalkrimis.

 

Wovon handelt Andreas Föhrs neues Buch „Wolfsschlucht“?

Was für Jacques Berndorf die Eifel ist, ist für Andreas Föhr Oberbayern. Auch Andreas Föhrs neuer Roman „Wolfsschlucht“ spielt im bayrischen Voralpenland, genauer gesagt: in wolfsschluchtder Gegend rund um den Tegernsee. Wie schon in seinen Krimis „Der Prinzessinenmörder“, „Schafkopf“, „Karwoche“, „Schwarze Piste“ und „Totensonntag“ lässt Andreas Föhr den Leser von „Wolfsschlucht“ erneut auf Kommissar Wallner und seinen „anarcho-bayerischen“ Kollegen Leonhardt Kreuthner von der Kripo Miesbach treffen.

In „Wolfsschlucht“ ermitteln Kommissar Wallner und sein Team in einem Mordfall: Ein Bestatter wurde ermordet und zeitgleich wird eine junge Frau als vermisst gemeldet. Ihr Wagen wird kurz darauf im Gebirge gefunden – aufgespießt von einem Maibaum. Schnell wird Kommissar Wallner klar, dass beide Fälle miteinander zusammenhängen – und dass sein unkonventioneller Kollege Leonhardt Kreuthner bei beiden Fälle seine Finger im Spiel hat. Wallner hatte einen genialen Plan für einen Maibaumklau, doch der ist leider vollkommen aus dem Ruder gelaufen.

 

Wer hat den Krimi „Wolfsschlucht“ geschrieben?

John Grisham, Michael Crichton, Frank Schätzing und Andreas Eschbach – was seine Vorbilder, die „Meister des Fachs“, betrifft, nimmt „Wolfsschlucht“-Autor Andreas Föhr im Fragebogen auf der Seite seines Verlags kein Blatt vor den Mund. Das muss er auch gar nicht, denn Andreas Föhr hat – anders als viele Debütanten wie beispielsweise Simon André Kledtke – längst seinen eigenen Stil gefunden.

Schon sein Debütroman „Prinzessinenmörder“ wurde 2008 vollkommen zurecht als „bester Erstlingsroman“ mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet. Mit „Wolfsschlucht“ zeigt Andreas Föhr nun einmal mehr, was gute Literatur ausmacht: „Wolfsschlucht“ besticht nicht nur durch den Spannungsbogen, den Andreas Föhr über 400 Seiten spannt, sondern punktet vor allem durch seine große sprachliche Klarheit.

Die zahlreichen, mit bayerischem Dialekt und einer gesunden Prise Humor gewürzten Dialoge und die Konzeption der vielschichtigen Figuren zeigen, dass Andreas Föhr sein Fach beherrscht und dass er das szenische Handwerk des Drehbuchschreibers auch in Literatur ummünzen kann.

 

Lohnt sich der Kauf von „Wolfsschlucht“?

„Wolfsschlucht“ ist ein Buch, das süchtig nach mehr macht und das verdammt aufdringlich ist: Kaum hat man begonnen, das erste Kapitel zu lesen, fällt es einem schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Meisterhaft führt Andreas Föhr den Leser in die beschauliche Welt rund um den Tegernsee sein und lässt ihn tief hinter die Fassaden der scheinbaren Idylle und in die Seele seiner Figuren blicken.

Ich persönlich freue mich schon auf den siebten Teil der Reihe und werde – wenn es die Zeit zulässt – wohl bald beginnen, noch einmal die ersten Fälle von Kommissar Wallner und seinem Team zu lesen.

 


„Wolfsschlucht“, der neue Krimi von Andreas Föhr, ist am 2. Februar im Knaur Verlag erschienen und kann hier bestellt werden.

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