Mit ihrem Roman Rache auf Türkisch wirft Askim Utkuseven einen selbstironischen Blick auf das Leben von Türken in Deutschland

tuerken in deutschland

Wir leben in bewegten Zeiten. Das Attentat auf die französische Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“ und seine Instrumentalisierung durch die Neo-Faschisten der Pegida-Bewegung haben den Graben zwischen den Kulturen und Religionen einmal mehr aufklaffen lassen.  Umso wohltuender sind da Gegenstimmen wie die der türkischen Autorin Askim Utkuseven, deren Debütroman „Rache auf Türkisch“ nun erschienen ist.

Wovon handelt das Buch?

In „Rache auf Türkisch“, ihrem Debütroman, wirft Askim Utkuseven einen scheinbar authentischen Blick in den Alltag von Türken, die in Deutschland leben. Auf 160 Seiten

„Rache auf Türkisch“, der erste Roman von Askim Utkuseven, ist im Divan Verlag erschienen

„Rache auf Türkisch“, der erste Roman von Askim Utkuseven, ist im Divan Verlag erschienen

begegnen dem Leser gleich eine ganze Reihe an Figuren, die auf den ersten Blick aus dem realen Leben gegriffen scheinen: Hasan und Hatice zum Beispiel, die heiraten, oder Halime, der sich mit einem eigenen Döner-Imbiss selbstständig machen möchte.

Es sind Figuren wie Ali, der eigentlich nur seine Führerscheinprüfung bestehen oder Akif, der ein Mädchen mit seiner Kochkunst erobern möchte, um die Akim Utkuvesen in ihrem Buch „Rache auf Türkisch“ Anekdoten aus dem Alltag strickt – oder besser aus dem, was viele Deutsche sich unter dem Alltag von Migranten vorstellen. Denn – und hierin liegt die große Stärke von „Rache auf Türkisch“ – Askim Utkusevens versteht sich blendend darauf, Klischees aufzugreifen und diese mithilfe der Macht der humoristischen Erzählung und grandios pointierten Dialogen Stück für Stück als Trugschlüsse und Klischees zu entlarven.

„Rache auf Türkisch“ ist so mehr als ein Buch, das von Kochen, Heiraten, Kinderkriegen, Schwiegermüttern, Arbeitslosigkeit, Flitern, Rachenehmen, Taxifahrten und Familienfeiern handelt. „Rache auf Türkisch“ ist ein politisches Statement und ein Beitrag zum besseren Verständnis der jeweils Anderen.

 

Wer hat das Buch geschrieben?

 

„Rache auf Türkisch“ ist das erste Buch von Askim Utkuseven. Die Autorin wurde in Istanbul geboren und lebt seit 1972 in Hamburg, wo sie als Erzieherin arbeitet. Schon seit ihrer Jugend schreibt Askim Utkuseven Kurzgeschichten, in denen sie vermeintlich typisch türkische Klischees auf die Schippe nimmt.

 

Ihre früheren Geschichten sind – wie beispielsweise „Hölle auf Türkisch“ oder „Weihnachten auf Türkisch“ – als E-Book erschienen im Selbstverlag erschienen und haben so das Interesse der Lektorin Gabriele Dietz geweckt, in deren Ende 2014 mit Peter Maaßen neu gegründetem „Divan Verlag“ Askim Utkusevens Buch „Rache auf Türkisch“ nach Thomas Knaufs Roman „Die Nächte der Kanzlerin“ die zweite Veröffentlichung ist.

 

Lohnt sich der Kauf des Buchs?

Mit „Rache auf Türkisch“ ist Askim Utkuseven ein Buch gelungen, das Lust auf mehr macht. Utkuseven beherrscht die Kunst der Komik und nimmt in ihrem Debütroman mit pointierten Dialogen und fiktiven Szenen voller Selbstironie die weit verbreiteten Klischees vom vermeintlichen Leben türkischstämmiger Mitbürger gekonnt auseinander. Wer auf den Humor eines Kaya Yanar oder Bülent Ceylan steht, für den ist „Rache auf Türkisch“ die perfekte Lektüre.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *