Peter und Bobby Farrellys Film „Dumm und Dümmehr“ ist das vielleicht unnötigste Sequel des Jahres

Es gibt Filme, die sind richtig gut. Auf ihren Kinostart freut man sich wochenlang – und wird am Ende nicht enttäuscht. Auf der anderen Seiten gibt es Streifen wie „Dumm und Dümmehr“ – das Sequel zu Peter und Bobby Farrellys 1994 produzierter Kultkomödie „Dumm und Dümmer“. Selten habe ich es mehr bereut, 110 Minuten meiner Lebenszeit im Kino verschwendet zu haben. Aber der Reihe nach.

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Jim Carrey und Jeff Daniels mimen in „Dumm und Dümmehr“ erneut Lloyd und Hary

 

Die Story, da kann man dem Team um Drehbuchautor Sean Anders (Kill the Boss, Wir sind die Millers), keinen Vorwurf machen, ist durchaus originell: Harry und Lloyd, die Helden Anti-Helden aus „Dumm und Dümmer“, treffen sich nach 20 Jahren wieder. Und Harry kann sein Glück kaum fassen: Erst ist sein älter Kumpel Llyod endlich wieder aus der Nervenheilanstalt zurück, dann erfährt er von seiner Tochter, die eine alte Flamme vor über 20 Jahren zur Adoption freigegeben hat.

Harry entdeckt unerwartete Vatergefühle und eine Möglichkeit, mit Llyods Hilfe endlich an die dringend benötigte Spenderniere zu kommen. Doch ganz so leicht gestaltet sich die Suche nach der verlorenen Tochter dann doch nicht: Dem hirn- und ahnungslosen Duo kommt die böse Stiefmutter in die Quere. Sie versucht, ihren reichen Mann zu entsorgen, und zieht die beiden mit in ihre Intrige.


Wer spielt mit?

Dem Zuschauer begegnen in „Dumm und Dümmehr“ nicht nur altbekannte Figuren. Sie werden auch von den Originaldarstellern verkörpert. Jeff Daniels mimt wieder den Harry. Sein Kumpel Llyod wird auch in Teil 2 von Jim Carrey verkörpert. Und genau hier drängt sich dem Zuschauer nach ein paar Minuten die entscheidende Frage auf: Wieso geben sich Jeff Daniels und Jim Carrey für solch einen nervigen Klamauk wie „Dumm und Dümmehr“ her?

Beide, Carrey und Daniels, schienen eigentlich längst in der Welt der ernstzunehmenden, mit Anspruch und Understatement produzierten Filme angekommen zu sein. Nicht zu Unrecht werden sie für Charakterrollen in Filmen wie „The Newsroom“ und „Regeln der Gewalt“ (Jeff Daniels) beziehungsweise „Die Truman-Show“ und „Der Mondmann“ gefeiert.

Wer hat‘s inszeniert?

Vielleicht hat Jim Carrey und Jeff Daniels die Vorstellung gelockt, (wieder) unter der Regie der Farrelly-Brüdern zu arbeiten. Peter und Bobby Farrelly jedenfalls haben sich mit Kinofilmen wie „Verrückt nach Mary“, „Schwer verliebt“ und „Nach 7 Tagen – Ausgeflittert“ einen guten Ruf erarbeitet, dem sie mit „Dumm und Dümmehr“ nun leider nicht gerecht werden.

So gut die darstellerische Leistung von Carrey und Daniels ist, so solide und teilweise auch originell die Bildsprache (Kamera: Matthew F. Leonetti) ist, so bemüht wirken leider auch viele der Gags, mit denen Drehbuchautor Sean Anders vermutlich die Geschichte aufpeppen wollte. Ohne Gross-out-Eskapden wie Omasex wäre „Dumm und Dümmehr“ eine durchaus akzeptable Komödie.

Lohnt sich der Kinobesuch?

Leider nein und das ist schade, denn „Dumm und Dümmehr“ hätte tatsächlich das Zeug gehabt, an den Erfolg des Erstlings anzuknüpfen. Doch 20 Jahre nach dem weltweiten Erfolg von „Dumm und Dümmer“ scheint den Macher das Gespür für die richtige Portion Humor abhanden gekommen zu sein.

Viel zu oft wirkt „Dumm und Dümmehr“ krampfhaft lustig und viel zu selten spielt der Film die Stärken aus, die Plot, Crew und Cast geboten hätten. „Dumm und Dümmehr“ ist deshalb nur eingefleischten Fans von Jim Carrey und Jeff Daniels sowie Anhängern der Farrelly-Filme zu empfehlen.