Neues Sachbuch: Nur noch kurz die Welt retten – Berühmte Songzeilen und ihre Geschichte

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Was haben Bruce Springsteen, R.E.M., Falco und Geier Sturzflug gemeinsam? Sie alle haben große, unvergessene Hits geschrieben, die oft vollkommen falsch interpretiert wurden. Mit ihrem neuen Buch „Nur noch kurz die Welt retten“, der Fortsetzung von „Alles klar auf der Andrea Doria“, räumen Günther Fischer und Manfred Prescher auf mit Missverständnissen, die sich um berühmte Songs ranken.

Ja, ich gebe es zu, und regelmäßiges Leser dieses Blogs werden es schon lange ahnen: Ich bin Sprachästhet. „Verliebt in die (deutsche) Sprache“, wie es der Autor Edgar Hilsenrath einmal formulierte, und ein klein wenig auch Fach-Idiot: Deutsch und Englisch-LK in der Schule, Studium der Literaturwissenschaft und Neueren Geschichte und seit einigen Jahren als Kommunikationsmanager tätig. Da bleibt es nicht aus, dass auch mein Musikgeschmack ziemlich seltsam ist: Musik als solche interessiert mich nicht sonderlich. Ich höre vor allem auf die Texte und bewerte die Qualität eines Liedes nach seinen Lyrics.

Umso mehr habe ich mich über das Buch „Nur noch kurz die Welt retten: Berühmte Songzeilen und ihre Geschichten“ gefreut, das Günther Fischer und Manfred Prescher am 11. März veröffentlicht haben, verlegt vom kleinen, sonst eher auf Regionalia spezialisierten Konrad-Theiss-Verlag. Vielleicht habe ich in Günther Fischer und Manfred Prescher so etwas wie Gleichgesinnte gefunden. Ganz sicher entspricht der Grundgedanke ihres Buchs „Nur noch kurz die Welt retten: Berühmte Songzeilen und ihre Geschichte“ aber meinem Verhältnis zur Musik.

 

Wovon handelt das Buch „Nur noch kurz die Welt retten: Berühmte Songzeilen und ihre Geschichte“?

„Rock und Pop transportieren oft richtig gute Geschichten, an die kaum einer denkt“, erklärte Günther Fischer vor wenigen Tagen im Gespräch mit Spiegel Online-Redakteurin Katja Iken und schiebt hinterher: „Die Menschen wissen nicht, was sie hören“. Fischer und sein Mit-Autor Manfred Prescher verfolgen mit ihrem neuen Buch „Nur noch kurz die Welt retten: Berühmte Songzeilen und ihre Geschichte“ das Ziel, Musikgeschichte nicht nur anhand von Songzeilen zu erzählen, sondern auch mit lange als wahr geltenden Irrtümern rund um erfolgreiche Musiker und ihre berühmtesten Lieder aufzuräumen.

Da ist zum einen Bruce Springsteen. Seinen 1984 auf dem gleichnamigen Album veröffentlichter Hit „Born in the U.S.A.“ kann bis heute jedes Schulkind mitsingen. Aber schrieb Bruce Springsteen mit „Born in the U.S.A.“ wirklich jenen hurra-patriotischen Hit, für den er von Republikanern wie dem damaligen Präsidenten Ronald Reagan gefeiert wurde und bis heute gefeiert wird? Günther Fischer und Manfred Prescher hören genau hin und stellen fest: Springsteens Hit ist alles andere als ein Lobgesang Amerikas. „Born in the U.S.A.“ handelt von einem amerikanischen GI, der sich in Vietnam für sein Land aufreibt und – traumatisiert zuhause angekommen – von der Gesellschaft links liegen gelassen wird.

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Mit ihrem neuen Buch „Nur noch kurz die Welt retten: Berühmte Songzeilen und ihre Geschichte“ räumen Günther Fischer und Manfred Prescher auf mit vielen Missverständnissen rund um die größten Hits unserer Zeit

Und da ist die Neue Deutsche Welle-Combo „Geier Sturzflug“. Auch ihren Hit „Bruttosozialprodukt“ und seine Rezeption analysieren Günther Fischer und Manfred Prescher in „Nur noch kurz die Welt retten: Berühmte Songzeilen und ihre Geschichten“. Schrieb „Geier Sturzflug“-Chef Friedel Geratsch wirklich – wie es ihm damals die SPD-Parteizeitung „Vorwärts“ vorwurf – eine „zynische Ballade vom deutschen Arbeitsethos“? Günther Fisch und Manfred Prescher haben für ihr Buch „Nur noch kurz die Welt retten“ den Songtext von „Bruttosozialprodukt“ analysiert und mit Friedel Geratsch gesprochen. Ihr Fazit: Friedel Geratsch und seine Mitstreiter von „Geier Sturzflug“ hielten dem treudoofen Deutschen, der sich für seine Arbeit zerreisst, den Spiegel vor und lieferten ein ironisches Gegenkonzept zum Dasein von Millionen Menschen, für die „Work-Life-Balance“ noch viele Jahre lang ein unbekanntes Fremdwort bleiben sollte.

Diese beiden und viele weiteren Geschichten – von Pop und Rock über Blues bis hin zu Rap und Country – erzählen Günther Fischer und Manfred Prescher in ihrem 240 Seiten langen Buch „Nur noch kurz die Welt retten: Berühmte Songzeilen und ihre Geschichte“. Falcos „Rock me Amadeus“ wird dabei genauso unter die Lupe genommen wie „Get of my Cloud“ von den Rolling Stones oder „Losing my Religion“ von R.E.M.

 

Wer sind die Autoren von „Nur noch kurz die Welt retten: Berühmte Songzeilen und ihre Geschichte“?

Das Buch „Nur noch kurz die Welt retten: Berühmte Songzeilen und ihre Geschichte“ stammt aus der Feder von Günther Fischer und Manfred Prescher und ist die Fortsetzung

Günther Fischer und Manfred Prescher veröffentlichten im Februar 2013 „Alles klar auf der Andrea Doria“. Teil 1 der nun fortgesetzten Reihe ist bei Amazon auch heute noch auf Rang 1 der Bestseller-Charts in der Rubrik „Rock“

Fischer und Prescher veröffentlichten 2013 den Bestseller „Alles klar auf der Andrea Doria“.

von „Alles klar auf der Andrea Doria: Berühmte Songzeilen und ihre Geschichte“ gelten. „Alles klar auf der Andrea Doria“ veröffentlichten Günther Fischer und Manfred Prescher im Februar 2013. Es war ihre erste literarische Zusammenarbeit.

Doch auch sonst verbindet die beiden Autoren viel: Günther Fischer und Manfred Prescher haben den gleichen Background: Günther Fischer war lange Zeit Kulturchef des Magazins „Bunte“, Manfred Prescher ist bis heute journalistisch tätig – als Kolumnist auf www.evolver.at genauso wie als Moderator des Internetradios www.bearfamilyradio.de. Und sowohl für Günther Fischer als auch für Manfred Prescher spielt Musik eine große Rolle in ihrem Leben: Beide haben in der Vergangenheit CD-Compilations herausgebracht, Prescher zuletzt den Sampler „I like it like that“.

Lohnt sich der Kauf von „Nur noch kurz die Welt retten: Berühmte Songzeilen und ihre Geschichte“?

Eine der großen, wenn nicht vielleicht sogar die größte Stärke ihres neuen Buchs „Nur noch kurz die Welt retten“ ist das Sprachgefühl von Günther Fischer und Manfred Prescher – und dies in gleich doppelter Hinsicht: Fischer und Prescher hören nicht nur genau hin, was die eigentliche Botschaft berühmter, aber teilweise bis heute falsch verstandener Songs ist. Sie haben auch das nötige Sprachgefühl, ihre Erkenntnisse in Geschichten zu verpacken und dem Leser so häppchenweise, stets leicht lesbar, aber eben doch nicht banal zu vermitteln.

„Nur noch kurz die Welt retten: Berühmte Songzeilen und ihre Geschichte“ ist so ein Buch, das nicht nur Musikfans begeistern wird, sondern durchaus auch einen Beitrag zur Zeit- und Kulturgeschichte leistet, aus der Musik einfach nicht mehr wegzudenken ist.

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