Philipp Oehmke liefert mit seinem Buch „Am Anfang war der Lärm“ nach 17 Jahren eine neue offizielle Biografie der Toten Hosen

Jeder kennt diese Band. Mit Liedern wie „Hier kommt Alex“, „Alles aus Liebe“, „Zehn kleine Jägermeister“ und zuletzt „Tage wie diese“ erlangten Die Toten Hosen deutschlandweit Bekanntheit. Nun liefert der Journalist Philipp Oehmke mit „Am Anfang war der Lärm“ am 21. November eine neue offizielle Biografie der Rockband.

1997, kurz nach ihrem tragischen 1.000 Konzert im Düsseldorfer Rheinstadion, veröffentlichten Die Toten Hosen ihre Autobiografie „Bis zum bitteren Ende: Die Toten Hosen erzählen ihre Geschichte“. 17 Jahre später legt der Spiegel-Redakteur Philipp Oehmke jetzt mit „Am Anfang war der Lärm“ eine offizielle Band-Biografie vor, auf die viele Hosen-Fans lange gewartet haben dürften.

Oehmke wirft nicht nur einen Blick auf die Anfangszeit der Düsseldorfer Kultband in den frühen Achtzigern, sondern beleuchtet erstmals auch die Jahre nach 1997, in denen Die Toten Hosen kommerziell sicher am erfolgreichsten waren, aber mit dem Ausscheiden des Schlagzeugers Wölli sowie dem Tod von Eltern und langjährigen Weggefährten wie Band-Betreuer Uwe Faust und Sicherheitschef Manfred Meyer auch einige Schicksalsschläge verkraften mussten.

 

Was darf man vom Buch erwarten?

dth_amanfangwarderlaermMit der Wahl von Philipp Oehmke als Autoren ihrer Biografie haben die fünf „Hosen“ Campino, Andi, Breiti, Kuddel und Vom ein gutes Gespür bewiesen. Kaum ein Journalist dürfte den Toten Hosen in den letzten Jahren näher gewesen sein als der Spiegel-Redakteur: Das erste Treffen fand 1992 in Bonn statt, als Oehmke Campino am Rande einer Demonstration für die Schülerzeitung interviewte. In den nächsten 22 Jahren folgten weitere Treffen und Ende Dezember 2008 ein dreiseitiges Porträt über den „Marathon-Mann“ Campino im Spiegel.

Für die Recherchen zu „Am Anfang war der Lärm“ hat Philipp Oehmke nicht nur unzählige Stunden mit Campino & Co gesprochen, sondern auch alte Weggefährten, Verwandte, Freunde und Kontrahenten der fünf Düsseldorfer getroffen. Diese sind, wenn man den Marketing-Texten zur Veröffentlichung glauben darf, teilweise selbst überrascht über das Ergebnis: „Ich habe Dinge über uns erfahren, die ich so zumindest noch nicht wusste. Wahrscheinlich geht es den anderen genauso“, lässt sich Bassist Andi zitieren.

 

Lohnt sich der Kauf des Buchs?

Man tut Philipp Oehmke wohl kein Unrecht, wenn man sagt, dass „Am Anfang war der Lärm“ kein allzu kritisches Bild auf Die Toten Hosen werfen wird. Die Band ist zu lange im Geschäft und zu erfahren im Umgang mit den Medien, um – mit Ausnahme dieses Wirtschaftswoche-Artikels vielleicht – wirklich investigative kritische Veröffentlichungen zuzulassen. „Am Anfang war der Lärm“ komplettiert aber, ähnlich wie schon die kürzlich auf DVD und Blu-ray Disc erschienene ARD-Doku „Nicht als die Wahrheit“, die Geschichtsschreibung über Die Toten Hosen um die letzten 17 Jahren seit der Veröffentlichung ihrer von Betram Job herausgegebenen Autobiografie. Für eingefleischte Fans der Toten Hosen ist das Buch deshalb ein Pflichtkauf.

Zudem ist „Am Anfang war der Lärm“ vielleicht auch für Leser interessant, die den Toten Hosen nicht allzu viel abgewinnen können, aber dennoch wissen möchten, wie es eine Band trotz der Krise der Musik-Industrie schafft, 32 Jahre lang zu bestehen und sich von Platte zu Platte weiterzuentwickeln. „Es geht um mehr als nur ein paar Anekdoten. Man kann hinter die Kulisse sehen, wenn man einfach mal wissen will, wie eine Band funktioniert“, macht Gitarrist Breiti Hoffnungen.

Ein genaueres Urteil kann man sich dann bilden, wenn „Am Anfang war der Lärm“ ab dem 21. November in den Bücherregalen steht.