Daniel Wolfs neuer historischer Roman „Das Licht der Welt“ nimmt den Leser mit auf eine Zeitreise ins Lothringen des Mittelalters

Unter seinem Pseudonym „Daniel Wolf“ bringt Christoph Lode pünktlich zur Weihnachtszeit sein neues Buch „Das Licht der Welt“ im Goldmann Verlag heraus. Auf mehr als 1.000 Seiten zeichnet Lode in seinem historischen Roman die fiktive Biographie von drei Protagonisten zur Zeit des Hochmittelalters nach.

Es gibt zwei Phänomene, die Historikern regelmäßig den Schweiß auf die Stirn treiben: Zeitzeugen sind das eine, die so genannte „niederschwellige Geschichtsvermittlung“ (Stichwort: Guido Knopp) das andere Phänomen. Während Zeitzeugen sich oft erst Jahre später und dann meist nur schemenhaft an Phasen aus ihrem eigenen, individuellen Leben erinnern können und ihre subjektive Erinnerung verallgemeinern, werden bei der „niederschwelligen Geschichtsvermittlung“ zwar objektive Fakten, Quellen und Studien verwendet. Diese werden jedoch so verdichtet, vereinfacht und nicht selten auch entertainisiert, dass möglichst viele einen Zugang zum Dargestellten finden.

In meiner Brust schlagen zwei Herzen: Ich bin Literaturwissenschaftler und ich bin Historiker. Entsprechend schwer fällt es mir, historische Romane wie Daniel Wolf neuestes Buch „Das Licht der Welt“ einfach nur zu lesen – ohne im Unterbewusstsein gleich zu checken, ob es die im Buch mit all ihren Details geschilderte Lebenwelt so jemals wirklich gegeben hat.

Dieses unbewusste Verlangen war bei der Lektüre von Daniel Wolfs Buch „Das Licht der Welt“ umso größer, weil sich Wolf – wie schon im Vorgänger „Das Salz der Erde“ – wieder dem Mittelalter zugewendet hat – und damit einer Epoche, die in der gesellschaftlichen Wahrnehmung enorm verklärt ist: Während die einen von Rittern, Prinzessinnen und Burgen schwärmen, haben andere beim Gedanken ans Mittelalter Pest, Cholera und Hexenverbrennung vor Augen.

 

Wovon handelt das Buch?

Daniel Wolf weiss um diese Klischees und umschifft sie in seinem Roman „Das Licht der Welt“ gekonnt, indem er drei fiktive Biographie zu einer über 1.000 Seiten langen Handlung verwebt. Schauplatz ist die fiktive Stadt Varennes-Saint-Jacques, die irgendwo in Lothringen des Jahres 1218 angesiedelt ist.

Der Buchmaler Rémy Fleury träumt von einer Schule, in der jedermann lesen und schreiben lernen kann. Sein Vater Michel, der Bürgermeister von Varennes, will seine

Buch-Cover von Daniel Wolfs historischem Roman "Das Licht der Welt"

Buch-Cover von Daniel Wolfs historischem Roman „Das Licht der Welt“

Heimat zu Frieden und Wohlstand führen, während in Lothringen Krieg herrscht. Und Philippine, eine junge Patrizierin, ist in ihrer Vergangenheit gefangen und trifft eine folgenschwere Entscheidung.

Die drei Protagonisten eint der Wunsch nach einer besseren Zukunft, doch ihre Feinde lassen nichts unversucht, sie aufzuhalten. Vor allem der ehrzeige Ratsherr Anseau Lefèvre hat geschworen, die Familie Fleury zu vernichten. Niemand ahnt, dass Lefèvre selbst ein grausiges Geheimnis hegt, welches ihm zum Verhängnis werden könnte.

 

Wer hat das Buch geschrieben?

„Das Licht der Welt“ stammt offiziell aus der Feder von Daniel Wolf, der auf den ersten Blick 2013 mit dem auch von Goldmann Verlag verlegten Roman „Das Salz der Erde“ debütierte. Auf seiner Internetseite verrät der Autor aber, dass sich hinter seinem Pseudonym „Daniel Wolf“ in Wirklichkeit der Schriftsteller Christoph Lode verbirgt.

Christoph Lode wurde 1977 geboren, wuchs in Hochspeyer bei Kaiserslautern auf und arbeitete eine Zeitl ang im Öffentlichen Dienst, bevor er sich nach ersten Erfolgen mit den historischen Romanen „Der Gesandte des Papstes“ und „Das Vermächtnis des Seherin“ und der Fantasy-Triologie „Pandaemonia“ ganz der Schreiberei widmete.

Glaubt man den biographischen Angaben zum Pseudonym „Daniel Wolf“, dann begeisterte sich Christoph Lode schon als Kind für „alte Ruinen, Sagen und Ritterrüstungen“ und begnan vor allem seiner „Leidenschaft für Geschichte und das Mittelalter“ wegen historische Romane zu schreiben.

 

Lohnt sich der Kauf des Buchs?

Ja, absolut. Man merkt Christoph Lode an, wie viel Interesse er dem Mittelalter entgegenbringt und wie viel Freude es ihm bereitet, Geschichten zu erzählen, die zu dieser Zeit gespielt haben könnten spielen. Nicht weniger als 84 Figuren begegnen dem Leser beim Lesen des ganze 1.152 Seiten dicken Buchs.

Klar, dass dabei nicht alle Figuren detailliert dargestellt werden können. Vor allem das Schicksal der drei Protagonisten, ihr Schwanken zwischen „Höllenfurcht“ und „Bildungshunger“ schildert Lode in „Das Licht der Welt“ aber so eindrücklich, dass das Lesen seines neuen historischen Romans zu einem packenden, abendfüllenden Vergnügen wird.