Lucinda Riley ist zurück: Mit ihrem neuen Roman „Der Engelsbaum“ knüpft die Buch-Autorin nahtlos an Bestseller der letzten Jahre an

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Lucinda Riley gilt als einer der Neuentdeckungen der letzten Jahre: Ihre Romane „Das Orchideenhaus“, „Der Lavendelgarten“ und „Mitternachtsrose“ haben sich seit 2010 weltweit mehr als drei Millionen verkauft. Mit ihrem neuen Buch „Der Engelsbaum“ meldet sich die irische Erfolgsautorin nun eindrucksvoll zurück.

„Ich denke, der größte Mythos über das Leben eines Romanautoren ist, dass wir irgendetwas an einem verregneten Mittwochnachmittag zusammenstümpern und den Rest unserer Zeit damit verbringen, Kaffee zu trinken und am Telefon zu quatschen. Ich arbeite die meiste Zeit des Jahres 14 Stunden am Tag“,

lässt sich die Buch-Autorin Lucinda Riley auf ihrer Internetseite zitieren. Ihr Statement klingt ein wenig defensiv – ganz so, als müsse sie sich gegen den Ruf verteidigen, „schreibfaul“ zu sein statt ihre Leser mit immer neuem Stoff zu versorgen.

Dabei lässt ein Blick auf ihre Vita eigentlich nur einen Schluss zu: Lucinda Riley ist eine Vollblut-Autorin. Kaum ein Jahr vergeht, in dem Lucinda Riley nicht wenigstens ein neues Buch herausbringt. Zwar gab es diese Pause zwischen 2000 und 2010, in denen Riley sich vor allem um ihr Kind kümmerte. Spätestens seit dem Erfolg ihres inzwischen über drei Millionen verkauften Romans „Das Orchideenhaus“ dürfte Riley aber fast permanent an ihrem Schreibtisch in Norfolk im Osten Englands oder in ihrem Haus in der Provence sitzen.

2014 erschienen gleich zwei Romane aus der Feder von Lucinda Riley: Erst, im Januar, das Buch „Die Mitternachtsrose“ und nun, im Dezember 2014, der neue Roman von Lucinda Riley: „Der Engelsbaum“. Dieser ist satte 640 Seiten lang und passt sich inhaltlich nahtlos in Lucinda Rileys Gesamtwerk ein.

 

Wovon handelt das Buch?

Mit ihrem neuen Roman „Der Engelsbaum“ geht Lucinda Riley, was die Wahl des Protagonisten betrifft, keine Experimente ein: Wie immer in Rileys Büchern – Fans der irischen Autorin erinnern sich an die die junge amerikanische Schauspielerin Rebecca Bradley aus „Die Mitternachtsrose“ oder die Aristokratin Emilie de la Martinières aus „Der Lavendelgarten“ – steht auch bei „Der Engelsbaum“ eine Frau im Mittelpunkt der Handlung. Diesmal hat Riley ihre Protagonistin „Greta Marchmont“ getauft.

In Lucinda Rileys neuem Buch wird die Heldin mit ihrer schrecklichen Vergangenheit konfrontiert

In Lucinda Rileys neuem Buch „Der Engelsbaum“ wird die Heldin mit ihrer schrecklichen Vergangenheit konfrontiert

30 Jahre sind zu Beginn des Buchs vergangen, seit Greta Marchmont ihre Heimat verlassen hat: das Herrenhaus Marchmont Hill. Die Jahre haben bei ihr Spuren hinterlassen. Greta Marchmont leidet unter Amnesie und kann sich seit einem tragischen Unfall nicht mehr an ihre Vergangenheit erinnern.

Um den Folgen des Unfalls zu trotzen und ihre Vergangenheit wiederzuentdecken, macht sich Lucinda Rileys Heldin auf den Weg nach Marchmont Hill. Doch was sie dort bei einem Spaziergang durch die winterliche Landschaft entdeckt, verstört sie: Sie stößt auf ein Grab mitten im Wald, dessen verwitterte Inschrift ihr verrät, dass hier ein kleiner Junge begraben ist – ihr eigener Sohn!

Greta Marchmont ist zutiefst verschüttert und beginnt, sich in in Marchmont Hill und Umgebung auf die Suche nach der Frau zu machen, die sie einmal war. Je tiefer sie in ihre eigene Vergangenheit vordringt, desto schockierter ist sie: Eine Wahrheit kommt ans Licht, die so verstörend ist, dass Greta Marchmont den größten Mut ihres Lebens braucht, um ihr ins Gesicht zu blicken.

 

Wer hat das Buch geschrieben?

„Der Engelsbaum“ ist der neue Roman von Lucinda Riley, einem wahren Multitalent. 1968 in Irland geboren, heuerte die heute 46jährige Riley nach einigen Jahren als Schauspielerin im Film- und Theatergeschäft bereits mit 22 Jahren beim Verlag „Simon and Schuster“ an und veröffentlichte von 1990 bis ins Jahr 2010 unter dem Pseudonym „Lucinda Edmonds“ zehn Bücher – unter ihnen 1992 mit dem Buch „Lovers and Players“ ihren Debütroman und 1998 mit „Playing with Fire“ den ersten Roman, der 2001 unter dem Titel „Spiel mit dem Feuer“ auch in Deutschland verlegt wurde.

Einem größeren Publikum wurde Lucinda Riley aber erst Jahre später bekannt: 2010, nach mehreren Jahren Babypause, entschied sich Riley, „The Orchid House“ (deutsch: „Das Orchideenhaus“) unter ihrem richtigen Namen zu veröffentlichen. Das Buch verkaufte sich international drei Millionen Mal und ebnete Riley den Weg in die erste Liga der Weltliteratur: Seit der Veröffentlichung von „The Orchid House“ wurden alle Bücher von Lucinda Riley ein Erfolg: „Das Mädchen auf den Klippen“ und „Der Lavendelgarten“ genauso wie ihr im Januar 2014 erschienenes Buch „Die Mitternachtsrose“.

 

Lohnt sich der Kauf des Buchs?

Lucinda Riley ist eine Bestseller-Autorin, die mit ihrem neuen Buch „Der Engelsbaum“ nahtlos an frühere Erfolge anknüpft. Ähnlich wie schon mit „Das Orchideenhaus“ oder „Das Levendelhaus“ beweist Lucinda Riley auch mit ihrem neuen Roman „Der Engelsbaum“, das sie nicht nur ein scheinbar unfehlbares Gespür für packende Stoffe hat, sondern auch eine sprachlich brilliante Erzählerin ist, die den Leser schon nach wenigen Seiten voll in ihren Bann zieht.

Sicher kann man darüber streiten, ob der Anfang der Geschichte etwas zu langatmig geraten ist. Bleibt man als Leser aber bei der Stange, gelingt es schnell, sich mit der Heldin Greta Marchmont zu identifizieren und mit ihr den schweren Weg zurück in die eigene Vergangenheit zu gehen, den Riley eindrucksvoll schildert.

Vor allem die zahlreichen unerwarteten Wendungen und die Montagen aus Vergangenem und Gegenwärtigem haben mich dabei absolut überzeugt. „Der Engelsbaum“ ist ein Buch, das so intensiv und teils herzzerreissend ist, dass man es kaum aus der Hand legen möchte.