Neuer Film mit Christoph Maria Herbst im Kino: 300 Worte Deutsch

300worte-beitrag

Er gilt als Großmeister der Komödie: Stromberg-Star Christoph Maria Herbst spielt die Hauptrolle in „300 Worte Deutsch“ – dem neuen Film von Regisseur Züli Aladağ, der diesen Donnerstag in den Kinos anläuft. Mit „300 Worte Deutsch“ nimmt Züli Aladağ gekonnt Klischees von türkisch stämmigen Migranten aufs Korn.

Wovon handelt der Film?

Köln ist in Aufruhr: Dr. Ludwig Sarheimer (Christoph Maria Herbst) hat der türkischen Community in Züli Aladağs augenzwinkernder Komödie „300 Worte Deutsch“ mit markigen Worten den Kampf angesagt. Der von Christoph Maria Herbst genial verkörperte Mitarbeiter vom Ausländeramt will nicht weniger als die Abschiebung der „illegalen Schmarotzer und Ziegenhirte“ durchsetzen.

Stromberg-Star Christoph Maria Herbst spielt die Hauptrolle in der Culture-Clash-Komödie „300 Worte Deutsch“

Stromberg-Star Christoph Maria Herbst spielt die Hauptrolle in der Culture-Clash-Komödie „300 Worte Deutsch“

So ist die Handlung von „300 Worte Deutsch“ von Beginn an auf Konflikt programmiert, denn natürlich rührt sich in Züli Aladağs Film schnell Widerstand gegen den allzu amtsbeflissenen Beamten. Vor allem der Moschee-Vorsteher Cengiz Demirkan (Vedat Erincin) macht mobil gegen die Pläne des Ausländeramts. Demirkan fühlt sich nicht nur selbst von der Behördenwillkür diskriminiert, er fürchtet auch um sein einträgliches Geschäft: Er vermittelt den jungen, in Köln lebenden Türken Bräute aus ihrer türkischen Heimat – „natürlich“ mit der gefälschten Bestätigung, dass sie mindestens 300 Worte Deutsch können.

Richtig in die Bredouille gerät Demirkan durch seine eigene Tochter: Lale (Pegah Ferydoni) rebelliert gegen das archaische Frauenbild ihres Vaters und sein Geschäft mit der Heiratsvermittlung. Sie ist voll integriert und hat sich an das selbstbestimmte Leben einer Kölner Studentin gewöhnt. Dumm nur, dass sie sich ausgerechnet in Marc (Christoph Letkowski) verliebt. Marc ist nicht nur der Neffe von Dr. Ludwig Sarheimer, sondern zu allem Überfluss auch sein Mitarbeiter im Ausländeramt.

 

Lohnt sich der Kinobesuch?

„300 Worte Deutsch“ punktet durch Cast und Handlung: Vor allem Stromberg-Mime Christoph Maria Herbst läuft in der Paraderolle des zynischen Ausländeramts-Mitarbeiters Dr. Ludwig Sarheimer zur Höchstform auf. Regisseur Züli Aladag (Letzte Spur Berlin, Die Fremde) und seine Drehbuchautoren Ai Samadi Ahadi und Arne Nolting haben gut daran, Christoph Maria Herbst größtmögliche Freiheiten bei der Interpretation seiner Rolle zu lassen.

Der Konflikt zwischen Herbst in der Rolle des dienstbeflissenen Beamten und seinem Gegenspieler, dem von Vedat Erincin (Nachspielzeit, Auslandseinsatz) glaubhaft verkörperten Imam und Heiratsvermittler Cengiz Demirkan, macht aus „300 Worte Deutsch“ einen selten langatmigen und über weite Strecken schreiend komischen Film, der gekonnt mit deutsch-türkischen Klischees spielt.

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