Mit seinem Zweiter Weltkrieg-Film „Herz aus Stahl“ bringt David Ayers den ersten Blockbuster des Jahres 2015 ins Kino

herzausstahl

Weihnachten ist vorbei. Schluss mit der Gemütlichkeit. Zeit für Action. Das dachten sich wohl die Jungs von Sony Pictures. Das neue Jahr jedenfalls startet mit David Ayers Film „Herz aus Stahl“ brachial. Am 1. Januar startet der Zweiter-Weltkrieg-Actionfilm in den Kinos. Und schon jetzt darf David Ayers Werk als einer der Filme des Jahres 2015 gelten.

Echte Kerle ziehen in David Ayers Kriegs-Film „Herz aus Stahl“ in die letzte Schlacht gegen Hitler und seine Schergen

Die Protagonisten in David Ayers Kriegs-Film „Herz aus Stahl“ sind vom Kampf gegen Hitler gezeichnet

68 Millionen Dollar haben sich Columbia Pictures, QED International und LStar Capital die Produktion von David Ayers neuestem Film „Herz aus Stahl“ kosten – eine gewaltige Investition, die sich schon vor dem Kinostart längst wieder rentiert hat: 82,25 Millionen Dollar spielte David Ayers Film über eine Gruppe von Soldaten der US-Army, die in den Wirren des Zweiten Weltkriegs in die letzte Schlacht gegen Hitler-Deutschland ziehen, alleine in den USA in den ersten zwei Wochen nach dem Kinostart am 4. Dezember ein. Weltweit belaufen sich die Einnahmen, laut Box Office, auf 172 Millionen Dollar – und vieles spricht dafür, dass die magische Grenze von 200 Millionen Dollar durch den Kinostart des Films in Deutschland am 2. Januar 2015 geknackt werden dürfte.

Zeichnet man eine Linie von Hollywood-Produktionen zum Zweiten Weltkrieg, dann steht David Ayers Film „Herz aus Stahl“ in direkter Tradition von Blockbustern wie „Der Soldat James Ryan“ (1998), „Der Untergang“ (2004), „Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat“ (2008) und „Inglorious Basterds“ (2009). Es gibt wohl kaum eine Phase der Weltgeschichte, die speziell amerikanische Filme-Macher in solch einer Regelmäßigkeit zu immer neuen, Millionen schweren und Millionen einbringenden Filmen inspiriert.

 

Wovon handelt der Film?

Daran, wer im Kampf zwischen der US Army und Hitler-Deutschland Gut und Böse ist, lässt auch David Ayers keine Zweifel: Hitler hat zu Beginn des Films den „totalen Krieg“ ausgerufen und die Straßenränder sind gesäumt von vermeintlichen Landesverrätern, die die SS ermordet hat. Vollkommen fanatisiert, greifen selbst Kinder und alte Männer zu den Waffen und verwandeln das untergehende „Dritte Reich“ so in eine grauenvoll versehrte Landschaft, die jedem Horror-Film gerecht werden würde.

Im direkten Kontrast können die Männer um den von seiner Truppe „Wardaddy“ genannten Kommandaten Don Collier (Brad Pitt) so gar nicht anders als heroisch wirken. Ihre Mission ist es, eine nach der anderen Stadt zu erobern und schließlich bis nach Berlin, die Schaltzentrale des Hitler-Regimes, vorzurücken.

Wie kaum ein anderer Regisseur vor ihm schafft es David Ayers in „Herz aus Stahl“ aber, ein beklemmendes Psychogramm dieser scheinbaren Helden zu zeichnen. Durch die Augen des erst kürzlich zur Truppe gestoßenen Buchhalters Norman Ellison (Logan Lerman) bringt David Ayers Film dem Zuschauer – im Stile von Erich-Marie Remarques seinerzeit skandalisiertem Buch „Im Westen nichts Neues“ – das Seelenleben von „Wardaddy“ Don Collier und seiner Truppe nahe.

Da ist vor allem Don Collier, der in Afrika, in Italien, der Normandie gekämpft hat und nun auf deutschem Boden in der finalen Schlacht eher wie ein ruchloser Killer als wie ein heroischer Kämpfer für das Gute wirkt. Um Collier gruppiert David Ayers im Film eine Gruppe von Soldaten, die ähnlich entmenschlicht wirken wie ihr Anführer: Der brutale Südstaatler Coon-Ass (Jon Bernthal), der gläubige Boyd „Bible“ Swan (Shia LeBeouf) und der Latino Gordo (Michael Peña) waten in „Herz aus Stahl“ durch ein Blutmeer aus ständigen Kämpfen, abgetrennten Gliedmaßen, zerplatzenden Köpfen und Lenkraketen, die sich wie Laserstrahlen durch das triste Braun-Grün der Landschaft bohren.

In dieser, von David Ayers und seinem Team eindrucksvoll realistisch nachgezeichneten Welt des „Fressen oder Gefressenwerdens“ bleibt ihnen nichts Anderes übrig, als die Moral über Bord zu werfen und ihre Mission mit gnadenloser Härte zu verfolgen. Für sie heiligt der moralisch integre Zweck die im Detail moralisch fragwürdigen Mittel.

 

Wer spielt im Film mit?

Regisseur David Ayers hat gut daran getan, für die Verkörperung der psychologisch komplexen Hauptrollen auf einen erfahrenen, in Teilen sogar hochkarätig besetzten Cast zu setzen. Den „Wardaddy“, das stählerne Herz der Truppe, verkörpert Brad Pitt, der 2009 schon einmal in „Inglorious Basterds“ Erfahrung in einem ähnlichen Film gesammelt hat.

In die Rolle von Pitts brutalem Film-Kameraden Coon-Ass schlüpft „Walking Dead“-Star Jon Bernthal. Den gläubigen Boyd „Bible“ Swan verkörpert Shia LeBeouf (Nymphomaniac, Lawless, Transformers) solide während „Aushilfsgangster“ Michael Peña seinen Kameraden Trini „Gordo“ Garcia gekonnt schnörkellos gibt.

Für die für die Wirkung des Films zentrale Rolle des Buchhalters Norman Ellison hat David Ayer Logan Lerman gewählt, den viele Zuschauer noch als „Drei Musketiere“-D’Artagnan im Gedächtnis haben dürften und der sich durch sein beeindruckendes Spiel „Herz aus Stahl“ vom Stigma des „Nachwusstars“ befreit.

Wer hat den Film inszeniert?

Für David Ayer, den Regisseur des Films, wird „Herz aus Stahl“ ein weiterer Meilenstein seiner Karriere sein. Erst mit „End of Watch“ gelang es dem – zuvor als Drehbuchautor unter anderem für „Training Day“ gefeierten – Ayer sich auch als Regisseur einen Namen zu machen. Nun legt Ayer mit „Herz aus Stahl“ nach und bringt einen Film in die Kinos, der durch seine höchst realistischen Kulissen, die clevere Figurenkonstellationen und die eindrücklich fotografierten Kampfszenen auch künstlerisch mehr als gelungen ist.

David Ayer konnte sich bei der Umsetzung auf eine erfahrene Crew verlassen: Roman Vasyanov („The Motel Life“, „End of Watch“, „The East“) zeichnet als Kameramann für eine beeindruckende Bildsprache verantwortlich. Als Cutter verpassen Jay Cassidy („American Hustle“, „Pakt der Rache“, „Brothers“) und Dody Dorn („Sabotage“, „End of Watch“, „Insomnia“) dem Film die richtige Mischung aus dynamischen Kampfszenen und ruhigeren Momenten. Und für die musikalische Untermalung sorgt Steven Price, der 2014 für die Film-Musik zu „Gravity“ einen Oscar erhielt.

 

Lohnt sich der Kinobesuch?

Man muss kein Hellseher sein, um eins vorherzusagen: „Herz aus Stahl“ wird – nach dem Erfolg in den USA – auch in Deutschland eines der Kinoereignisse des kommenden Jahres sein. Der Zweite Weltkrieg als Thema, Brad Pitt, Logan Lerman und Shia LaBeouf als Schauspieler und David Ayer als Regisseur werden dafür sorgen, dass Hunderttausende auch hierzulande in die Kinosäle strömen.

Und die Art, wie David Ayer mit der Dekonstruktion der scheinbaren Helden mit tradierten Sehgewohnheiten bricht, wird in Kombination mit der packenden Bildsprache dafür sorgen, dass „Herz aus Stahl“ ein Film ist, den man nicht nur einmal im Kino sieht, sondern über den man auch viel sprechen wird.