Neu im Kino: Heute bin ich Samba

Omar Sy spielt die Hauptrolle in „Heute bin ich Samba“

Schon am 5. Dezember ist Delphine Coulins Buch „Samba für Frankreich“ erschienen. Nun ist der Film zum Buch am 26. Februar im Kino gestartet: „Heute bin ich Samba“ ist nach „Ziemlich beste Freunde“ bereits die zweite Zusammenarbeit der Éric Toledano und Olivier Nakache und des Schauspielers Omar Sy. Mit „Heute bin ich Samba“ ist ihnen eine sehenswerte Flüchtlingskomödie gelungen.

Als „Samba für Frankreich“, das Buch zum nun in den Kinos gestarteten Film „Heute bin ich Samba“ erschienen ist, haderte ich noch mit mir selbst. Stilistisch hatte die Autorin Delphine Coulin kein gutes Händchen. Klischeelastige Sprachbilder, hyper-pathetische Sätze und fast bis ins Surreale hinein kitschig gehaltene Szenen machen aus „Samba für Frankreich“ einen Roman, der literarisch eher unterdurchschnittlich, politisch aber

„Samba für Frankreich“, die literarische Vorlage zu „Heute bin ich Samba“ erschien im Dezember 2014

„Samba für Frankreich“, die literarische Vorlage zu „Heute bin ich Samba“ erschien im Dezember

bedeutsam ist. Delphine Coulin hat aus ihren eigenen Erfahrungen als Ehrenamtlerin beim Flüchtlingshilfswerk „La Cimade“ einen Stoff geformt, der zum Nachdenken anregt.

Die realen Leidensgeschichten, die ihr Flüchtlinge bei „La Cimade“ schilderten, hat Coulin zur fiktiven Biographie des aus Mali stammenden Flüchtlings Samba Cissé verdichtet. An seinem fiktiven Beispiel leistet Coulin einen bedeutsamen Beitrag zur Flüchtlingsdebatte. Das funktioniert – im Buch genauso wie im Film „Heute bin ich Samba“, den die Regisseure Éric Toledano und Olivier Nakache nun mit dem Schauspieler Omar Sy in der Titelrolle in die Kinos gebracht haben.

 

Wovon handelt Éric Toledano und Olivier Nakaches Film „Heute bin ich Samba“?

Genauso wie in Delphine Coulins Buch „Samba für Frankreich“ steht der Flüchtling Samba Cissé auch in Éric Toledano und Olivier Nakaches Film „Heute bin ich Samba“, eindrucksvoll gespielt von „Ziemlich beste Freunde“-Star Omar Sy im Mittelpunkt der Handlung. Zu Beginn von „Heute bin ich Samba“ lebt Samba Cissé nach einer turbulenten Flucht aus seinem Heimatland, dem Senegal, schon zehn Jahre in Frankreich.

Im Schatten des Eiffelturms spielt sich in „Heute bin ich Samba“ das Flüchtlingsdrama von Samba Cissé (Omar Sy) ab

Im Schatten des Eiffelturms spielt sich in „Heute bin ich Samba“ das Flüchtlingsdrama von Samba Cissé (Omar Sy) ab

In Paris schlägt Samba sich mit Gelegenheitsjobs wie dem als Tellerwäscher durch – immer dicht unter der Armutsgrenze und mit ständig wechselnden Identitäten, um nicht aufzufliegen und abgeschoben zu werden. Doch als er seinem Leben in der Illegalität entfliehen will und bei den Behörden um Aufenthaltspapiere bittet, landet Samba nach einer Polizeikontrolle in Abschiebehaft.

Hilfe erfährt Samba fortan nur von einer Hilfsorganisation. Vor allem die ehrenamtlich arbeitende Alice (Charlotte Gainsbourg) setzt sich für ihn ein. Nach einem Burn-out hat Alice ihren alten Job an den Nagel gehängt. Den Rat ihrer Kollegen, auf Distanz zu Samba zu bleiben, missachtet sie. Und so bahnt sich zwischen ihr und Samba – in dem Punkt unterscheidet sich der Film „Heute bin ich Samba“ vom Buch „Samba in Frankreich“ – eine zarte Liebesbeziehung an.

 

Lohnt es sich, „Heute bin ich Samba“ im Kino zu sehen?

Éric Toledano und Olivier Nakache haben schon mit ihrem Erfolgsfilm „Ziemlich beste Freunde“ bewiesen, dass sie als Team funktionieren. Mit „Heute bin ich Samba“, ihrer zweiten Zusammenarbeit, knüpfen die beiden Regisseure an den Erfolg an. „Heute bin ich Samba“ ist ein einfühlsam inszenierter Film, der zwar nicht ohne die obligarotische Romance zwischen Alice und Samba auskommt, aber dennoch seine Stärken hat.

Allen voran Publikumsliebling Omar Sy läuft in der Titelrolle des Samba Cissé erneut zur Höchstform auf und macht durch sein glaubhaftes Spiel die innere Zerissenheit von Samba sehr greifbar. Auch die Besetzung der Alice mit Charlotte Gainsbourg ist Éric Toledano und Olivier Nakache gelungen. In „Heute bin ich Samba“ verkörpert die „Antichrist“-Mimin nicht nur den sympathischen Counterpart zur menschenverachtenden Abschiebemaschinerie, sondern ermöglicht es dem Zuschauer auch, den Kinosaal mit einem nicht nur durchweg schlechten Gewissen zu verlassen.

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