„Bocksprünge“, das Regiedebüt von Eckhard Preuß, ist am 20. November im Kino gestartet

Daran, dass Fußballer später Trainer werden, hat man sich gewöhnt. Relativ neu ist hingegen, dass deutsche Schauspieler den Platz vor der Kamera gegen den Regiestuhl eintauschen. Til Schweiger und Matthias Schweighöfer sind hierzulande die wohl bekanntesten Beispiele. Nun nimmt auch Eckhard Preuß die Fäden selbst in die Hand. Sein Debüt-Film „Bocksprünge“ läuft seit dem 20. November im Kino.

bockspruenge

Friedrich Preuß‘ Regiedebüt „Bocksprünge“ lebt von seiner Situationskomik

„Bocksprünge“ ist ein ziemlich verquerer Film über das Chaos, in das Liebe Menschen stürzen kann. Udo hat eine Affäre mit Maya, doch die wiederum wünscht sich ein Kind von Silvan. Udos Frau Doris hingegen erfährt, dass das Verhältnis von Silvan mit seiner Praktikantin, der Tochter seines Chefs, nicht ohne Folgen geblieben ist. Als wären die Dinge nicht schon kompliziert genug, fliegt Udos Seitensprung auf.

Die gekränkte Doris beschließt, Gleiches mit Gleichem zu vergelten und will sich in eine Romanze mit Rudolf stürzen. Doch der Freizeitjäger und Gynäkologe Rudolf ist nicht wirklich bereit für ein neues Abenteuer, denn er trauert noch immer seiner geliebten Eva hinterher, die vor einiger Zeit einfach spurlos verschwunden ist. Und so dreht sich das Liebeskarussell unaufhörlich, bis jeder Topf seinen Deckel gefunden hat.

 

Wer spielt im Film mit?

Für sein Regiedebüt hat Eckhard Preuß zahlreiche bekannte Fernsehgesichter vor die Kamera gebeten. Julia Koschitz (Heiter bis Tödlich, Hin und Weg) spielt die Maja, Jule Ronstedt (Blutgeld, Frisch gepresst) die Doris, Teresa Rizos (Dahoam is Dahoam, Irre sind männlich) die Valerie.

In den männlichen Hauptrollen sind Friedrich Mücke (Vaterfreuden, Russendisko) als Rudolf, Jochen Nickel (diverse Tatort- und Soko-Episoden) als Barmann, Benjamin Sadler (Der Deutsche Freund, Der Tote im Eis) als Silvan und – natürlich – Eckhard Preuß als Udo zu sehen.

Wer hat den Film inszeniert?

„Bocksprünge“ ist der erste Kinofilm, den Eckhard Preuß als Regisseur inszeniert hat – allen Widerständen zum Trotz, denn für den Film konnte Produzent Oliver Mielke (Heiter bis tödlich) leider weder einen Fernsehsender als Co-Produzenten noch eine Filmförderung an Land ziehen.

Dem Film hat dies jedoch nicht geschadet – obwohl die meisten Crew-Mitglieder noch über keine allzu lange Erfahrung mit Kinofilmen verfügen: Thomas Wittmann beispielsweise verdient seine Brötchen sonst eher als Kamermann bei Werbefilmproduktionen während Produktionsleiter Michael Ehrhard vor „Bocksprünge“ einzig 16 Episoden der BR-Serie „Heiter bis tödlich“ in seiner Vita stehen hatte.

 

Lohnt sich der Kinobesuch?

Trotz des geringen Budgets und der zuvor eher unerfahrenen Crew ist „Bocksprünge“ ein zwar eigenwillig verquerer, genau dadurch aber in Teilen durchaus überzeugender Film geworden. Eckhard Preuß hat gut daran getan, sein Regiedebüt stark ans klassische Boulevardtheater anzulehnen.

Sein Film über die Irrungen und Wirrungen der Liebe lebt von lustvoll überzeichneten Beziehungsweisheiten und von der Spielfreude der Darsteller, die dem Film mit ihren schrägen Wortgefechten eine gesunde Prise Humor verleihen.