Ab dem 19. März neu im Kino: Die Reise zum sichersten Ort der Erde

Edgar Hagen - Die Reise zum sichersten Ort der Erde

Manchmal reichen nur vier Buchstaben, um Gemüter zu erhitzen: Atom. Weltweit sorgt der Gedanke an die Risiken und Folgen der Atomenergie für Beklemmung. In seinem Film „Die Reise zum sichersten Ort der Erde“ geht der Schweizer Regisseur Edgar Hagen dieser oft verdrängten Angst auf den Grund, besucht Atomkraftwerke und wirft Fragen auf. Der Dokumentarfilm startet am 19. März im Kino.

Schon im Trailer zu seinem Dokumentarfilm „Die Reise zum sichersten Ort der Welt“ lässt Edgar Hagen keine Zweifel daran aufkommen, wie wichtig es ihm ist, sich intensiv mit Atomenergie und den Folgen von Atomkraftwerken und dem dort produzierten nuklearen Müll auseinander zu setzen. Der Trailer ist nicht länger als 73 Sekunden, untermalt mit melancholisch stimmender Musik und beginnt mit mahnenden Worten:

„Auf Atomkraftwerksgeländen und in Zwischenlagern rund um die Welt lagern heute provisorisch mehr als 350.000 Tonnen hochradioaktiver Atommüll. Jährlich kommen über 10.000 Tonnen dazu“,

lässt Edgar Hagen den Zuschauer von „Die Reise zum sichersten Ort der Erde“ wissen.

Fast schon passend, wenn auch politisch auf den ersten Blick leicht grotesk, ist da, dass Edgar Hagen im Trailer auch Ju Wang, den Direktor des hochradioaktiven Endlagerprogramms der Volksrepublik China, zu Wort kommen lässt: „Wenn man ein Haus baut, darf man die Toilette nicht vergessen“.

 

Wovon handelt „Die Reise zum sichersten Ort der Welt“ von Edgar Hagen?

Um eben jene Suche nach der von Ju Wang geforderten „Toilette“, nach dem atomaren Endlager also, geht es in Edgar Hagens „Die Reise zum sichersten Ort der Welt“. Edgar

In seiner Doku

„Die Reise zum sichersten Ort der Erde“ begibt sich Edgar Hagen weltweit auf die Suche nach einem möglichen Endlager für Atommüll

Hagen heftet sich für seine Doku an die Hacken des in der Schweiz lebenden Nuklearphysikers und international renommierten Endlagerexperten Charles McCombie.

McCombie versucht in „Die Reise zum sichersten Ort der Welt“ – immer begleitet von Edgar Hagen und seiner Kamera – einen möglichen Ort für die sichere Lagerung der atomaren Brennstäbe zu finden.

In seiner Doku nimmt Edgar Hagen den Zuschauer so mit auf eine weltumspannende Suche, die zu den verschiedsten Orten führt – in dicht besiedelte Gebiete in der Schweiz und zu Nomadenfamilien in der chinesischen Wüste Gobi genauso wie zu einem heiligen Berg in einem atomverseuchten Indianerreservat und zu den traditionellen Protesten im Wald von Gorleben.

Seine Stärken hat „Die Reise zum sichersten Ort der Erde“ immer dann, wenn es Edgar Hagen gelingt, mit seiner Kamera nicht nur Altbekanntes, sondern wirklich beklemmend Skandalöses einzufangen. Der Zuschauer wird so Zeuge der geheimen Ankunft eines Atommüllfrachters in Japan, erlebt einen Bürgermeister in New Mexico, der Atommüll für viel Geld in seiner Gemeinde endlagern möchte, und stößt schließlich gemeinsam mit Edgar Hagen, Charles McCombie und ihrem Team auf ein riesiges, flaches Gebiet in der westaustralischen Steppe. Ist dies der sicherste Ort der Erde, an dem hochradioaktiver Atommüll aus der ganzen Welt sein Endlager finden kann?

Lohnt es sich, „Die Reise zum sichersten Ort der Erde“ im Kino zu sehen?

Edgar Hagen ist mit „Die Reise zum sichersten Ort der Erde“ ein Film gelungen, der dokumentarisch ist, wohltuend auf den pädagogischen Zeigefinger verzichtet und rein durch die Macht der unverstellten Bilder eine dennoch beängstigtende Botschaft vermittelt: Es gibt keine schnelle Lösung des Konflikts um ein Endlager von Atommüll – weder in Deutschland, noch in Europa, noch weltweit.

Stattdessen gibt es, Edgar Hagen lässt hieran keine Zweifel, eine Reihe ungeklärter Fragen über unser gegenwärtiges Handeln und unsere Verantwort gegenüber zukünftigen Generationen.

„Die Reise zum sichersten Ort der Erde“ ist ein Film, der fixe Weltbilder ins Wanken bringt und dem Zuschauer die Grenzen von Wissen und gesellschaftlich Verantwortbarem vor Augen führt.

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