Ab dem 22. Mai im Kino: B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin

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Schon im Februar hatte ich eine Rezension zu „B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin“ geschrieben. Damals lief der von Jörg A. Hoppes, Heiko Langes und Klaus Maecks inszenierte Punk-Film bei der Berlinale. Für mich eines der heimlichen Highlights. Nun kommt „B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin“ ins Kino. Start ist der 21. Mai 2015.

Wovon handelt „B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin“?

Mit „B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin“ ist – ich hatte es im Februar gesagt und ich wiederhole es gerne wieder – dem Regisseuren-Trio Jörg A. Hoppe, Heiko Lange und Klaus Maeck mehr als nur ein simpler Punk-Film gelungen. Während Filme wie „Dorfpunks“,

„Wer sich am kommerziellen Musikgeschmack orientiert, dient der Reaktion“ – Blixa Bargeld in „B-Movie Lust & Sound in West-Berlin“

„Wer sich am kommerziellen Musikgeschmack orientiert, dient der Reaktion“ – Blixa Bargeld in „B-Movie Lust & Sound in West-Berlin“

„Verschwende Deine Jugend“ oder „Tod den Hippies – Es lebe der Punk“ eher Abziehbildern einer untergegangenen Jugendkultur ähneln, wandelt „B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin“ auf einem viel besseren, einem dokumentarischen und dadurch in meinen Augen künstlerisch anspruchsvollerem Weg: Erzählt wird die Geschichte von Marc Reeder und durch seine Augen die Geschichte der West-Berliner Punkszene in den Jahren 1979 bis 1989.

Für „B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin“ hätten sich Jörg. A. Hoppe, Heiko Lange und Klaus Maeck dabei keinen besseren Protagonisten suchen können. Marc Reeder war nicht nur Teil der Punkszene in West-Berlin, sondern auch einer ihrer Motoren und schillerndsten

Figuren. Als junger Engländer kam Marc Reeder 1979 nach West-Berlin, um seiner Liebe zur deutschen Musik nachzukommen und um für mehr als zehn Jahre einer der führenden Figuren der gerade entstehenden Punkszene zu sein: Reeder managte die Band „Mania D“, spielte in einigen von Jörg Buttgereits Filmen mit, wurde Ton-Techniker der Toten Hosen und managte das Berlin-Geschäft für das Joy-Division-Label „Factory Records“.

Der Zuschauer erlebt Reeders Leben zwischen Lust und Sound und das punkige Treiben im alten West-Berlin hautnah. Für „B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin“ haben Hoppe, Lange und Maeck monatelang in den Archiven gekramt und in mühsamer Kleinarbeit zahllose Videoschnipsel und Filmdokumente zu einem spannungs- und kontrastreichen Film verschmolzen. Mit „B-Movie“ bringen sie so das Who-is-Who der alten West-Berliner Subkultur zurück auf die Leinwand.

Zu sehen sind der dürre Blixa Bargeld, der in der „Bar Risiko“ die Gäste abfüllt genauso wie Nick Cave oder die coole Gudrun Gut, die vor dem „Dschungel“ steht und Clubs aufzählt, in die man in West-Berlin ab 2 Uhr gehen kann. Und natürlich darf auch „die

Durch die Augen von Marc Reeder (links) vermitteln Jörg A. Hoppe, Heiko Lange und Klaus Maeck in „B-Movie Lust & Sound in West-Berlin“ das Lebensgefühl einer Generation

Durch die Augen von Marc Reeder (links) vermitteln Jörg A. Hoppe, Heiko Lange und Klaus Maeck in „B-Movie Lust & Sound in West-Berlin“ das Lebensgefühl einer Generation

tödliche Doris“ nicht fehlen, der schon in „Verschwende Deine Jugend“ ein filmisches Denkmal gesetzt wurde. Und gegen Ende des Films kommt selbst Techno-Legende Westbam ins Bild – genau in dem Moment, in dem Punk in Techno und West-Berlin in der großen, gemeinsamen Stadt aufgeht.

 

Lohnt es sich, „B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin“ im Kino zu sehen?

Absolut. In meinen Augen ist Jörg A. Hoppe, Heiko Lange und Klaus Maeck mit „B-Movie Lust & Sound in West-Berlin“ der beste Film gelungen, der je über eine der deutschen Punkszenen entstanden ist. Durch den Rückgriff auf originale, unverstellte Bilder schaffen es Hoppe, Lange und Maeck das Porträt einer Subkultur zu zeichnen, ohne in Pathos und Nostalgie abzugleiten. Wer sich für die Geschichte des Punk und Berlins interessiert, wird „B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin“ lieben.