Ab dem 10. April neu auf DVD: Hirngespinster, mit Jonas Nay und Tobias Moretti

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Kann man Geisteskrankheiten glaubhaft im Film darstellen – ohne dabei die Würde der Betroffenen zu verletzten? Man kann. Das zeigen Til Schweigers Kinoerfolg „Honig im Kopf“ genauso wie Christian Bachs Drama „Hirngespinster“. Bachs „Hirngespinster“ mit Tobias Moretti und Jonas Nay in Hauptrollen erscheint am 10. April auf DVD.

Wenn es einen österreichischen Schauspieler gibt, der zurzeit fast omnipräsent ist, dann ist es Tobias Moretti. Ganze zwanzig Filme hat Tobias Moretti seit dem Jahr 2010 gedreht – Fernsehfilme wie „Das Zeugenhaus“ oder „Die Geisterfahrer“ genauso wie Kinofilme wie „Hirngespinster“ oder „Das ewige Leben“.

Während „Das ewige Leben“ vor wenigen Tagen in den Kinos gestartet ist (Hier geht’s zur Rezension), lief „Hirngespinster“ ab dem 9. Oktober 2014 in den Kinos. Das von Christian Bach inszenierte Drama mit Tobias Moretti, Jonas Nay und Stephanie Japp in den Hauptrollen erscheint am 10. April 2015 auf DVD.

 

Wovon handelt Christian Bachs Drama „Hirngespinster“?

Die Handlung von „Hirngespinster“ wird aus der Perspektive von Simon (Jonas Nay) erzählt. Simon ist 22 und hat vor einigen Jahren das Abitur gemacht. Doch statt wie viele seiner Altersgenossen fürs Studium in die weite Welt zu ziehen, lebt er immer noch bei

Christians Bachs Drama „Hirngespinster“ erscheint am 10. April auf DVD

Christians Bachs Drama „Hirngespinster“ erscheint am 10. April auf DVD

seinen Eltern und verdient seine Brötchen als Busfahrer.

Vor allem die Krankheit seines Vaters Hans (Tobias Moretti) bindet Simon zuhause. Hans ist an Schizophrenie erkrankt und stellt das Leben seiner Familie auf den Kopf, weil er sich standhaft vor einer Behandlung weigert. Während seine Mutter Elli (Stephanie Japp) die Ernährerrolle übernimmt und oft bis spät in die Nacht arbeitet, schmeisst Simon den Haushalt und kümmert sich um seine kleine Schwester Maja (Ella Frey).

Über sein Leben und seine Zukunft beginnt Simon erst nachzudenken, als er Verena (Hanna Plass) kennenlernt und sich zum ersten Mal in seinem Leben verliebt. Doch Verena will nicht ewig in der Kleinstadt bleiben. Sie will in Hamburg Medizin studieren. Um ihr folgen zu können, übernimmt Simon einen letzten Versuch, seinen Vater zur Therapie zu bewegen – vergeblich.

Die Situation zwischen Simon und seinem Vater eskaliert vollkommen, als Verena nach Hamburg zieht. Simon muss erkennen, dass er die Hirngespinster seines Vaters nicht bezwingen kann, sondern endlich beginnen muss, sein eigenes Leben zu leben.

Lohnt es sich, „Hirngespinster“ auf DVD zu kaufen?

Christian Bach ist mit „Hirngespinster“, seinem ersten Kinofilm seit „Neun“ (2005), ein feinfühliger, behutsam erzählter Film gelungen, der sich frei jedes Klischess ganz langsam dem Schicksal von Simon und seiner Familie nähert und dabei Schritt für Schritt die schwere Krankheit seines Vaters und deren Folgen für seine Verwandten zeigt – nicht voyeuristisch, sondern würdevoll.

„Hirngepinster“ lebt dabei vor allem vom intensiven, glaubhaften Spiel von Jonas Nay („Wir sind jung – wir sind stark“) und Tobias Moretti. Der klassische Vater-Sohn-Konflikt wird erweitert um eine andere Dimension – die der Verantwortung für einander und für sein eigenes Leben. Ähnlich wie Til Schweiger mit „Honig im Kopf“ ist Christian Bach mit „Hirngespinster“ ein Film gelungen, der eine Geisteskrankheit darstellt – ohne sie zu verklären.

„Hirngespinster“ erscheint am 10. April auf DVD und kann hier gekauft werden.

 

 

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